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[WIP] Göltzschtalbrücke (Teil 1: Vorplanung)

DerAlteMannUndDerStein

Brückenleger
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Getriggert durch @Ts__ beginne ich hier die Vorplanung der Göltzschtalbrücke. Ein wunderbares Foto dieses Kunstwerkes findet Ihr unter https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Göltzschtalbrücke_2012.jpg. Während der Vorplanung möchte ich Euch gerne die Hilfsmittel vorstellen, mit denen ich dabei arbeite.
Schritt 1: Anlegen eines Verzeichnis auf dem PC
Schritt 2: Bildsuche in Google und herunterladen möglichst vieler Bilder. Hier zählt Quantität vor Qualität.

18:28 Start der Bildersuche
18:49 Ende der ersten Bildersuche

Was weiß ich jetzt?
1. Das Ding wird riesig.
2. Die Brücke ist zweigleisig.
3. Für die Brücke eignet sich tan als Farbe nicht so recht.
4. Ich kenne die Maße der Brücke.

Und so sieht mein Verzeichnis aktuell aus (da seht Ihr auch, wie ich die Verzeichnisstruktur für mein Lego-Hobby organisiert habe). Aktuell habe ich mehrere hundert Verzeichnisse und mehrere tausend Dateien:
VerzeichnisBilder.png
Lieber Ts_! Da siehst Du mal, was Du angerichtet hast ;-)

Was ich übrigens bei meinen Modellen nie mache: Ich google nie nach Lego! Der Reiz liegt für mich darin, selbst Lösungen auszutüfteln. Wenn ich dann mal ein Modell habe, schaue ich mir auch die Modelle anderer Leute an. Aber erst dann.
Schreibt mir gern, was Ihr von solch einer Vorplanung haltet. Vielleicht ist es für Euch ja etwas zu legoarm. Und sicherlich gibt es bei der Planung viele Wege, nicht nur nach Rom. Aber ich starte eben nicht mit der Legokiste.

Viele Grüße Martin
 

Ts__

Eisenbahner
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Hehe, da bin ich gespannt!

Was ich übrigens bei meinen Modellen nie mache: Ich google nie nach Lego! Der Reiz liegt für mich darin, selbst Lösungen auszutüfteln. Wenn ich dann mal ein Modell habe, schaue ich mir auch die Modelle anderer Leute an. Aber erst dann.

So mache ich es auch, damit verhindert man, das es unbewusst ein Nachbau wird. Klar können manche Lösungen doch gleich zu anderen sein, aber die Masse wird sich unterscheiden.

Bei der letzten Recherche von mir zu dieser Brücke aus Lego war nichts richtig gutes zu finden, ist aber schon 2 Jahre her....

Thomas
 

DerAlteMannUndDerStein

Brückenleger
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Heute stelle ich Schritt 3 meiner Vorplanung vor. Dabei verwende ich Powerpoint! Für jedes Legoprojekt habe ich eine separate Datei. Manchmal auch mehrere Dateien pro Projekt. Die Foliengröße stelle ich dabei auf 142 x 70 cm ein. Zu diesem komischen Format komme ich in einem späteren Schritt zurück.
Aus den Maßen der Brücke (574 Meter lang, 78 Meter hoch) erstelle ich in Powerpoint ein Rechteck mit demselben Höhen-Breiten-Verhältnis, also 57,4 cm breit und 7,8 cm hoch). Da die doppelte Größe besser zum Planen ist, verwende ich das 15,6 x 114,8 cm-Rechteck. Das ist dann für die Vorplanung meine Mastergröße, an der sich alle anderen Berechnungen später ausrichten.
In Powerpoint sieht das Ganze so aus:Rechtecke.png

Dann füge ich einige der Bilder in Powerpoint ein, die ich in Schritt 2 gesammelt habe. Zum Einsatz kommen dabei möglichst solche Bilder, die die Brücke verzerrungsarm zeigen. Dies sind idealerweise Baupläne oder Frontalansichten von Postkarten. Das Originalbild schneide ich in Powerpoint auf die richtige Größe zurecht. Das geht sehr einfach. Bei Fragen bitte fragen. So sieht es in Powerpoint aus:Öffnungen.png
Jetzt hat das blaue Master-Rechteck genau dieselbe Größe wie die Brücke. Da ich aus Wikipedia weiß, dass der obere Mittelbogen eine lichte Weite von 31 Meter aufweist, zeichne ich einen maßstäblich richtigen Kreis mit 6,2 cm in die Brücke rein. Damit sehe ich auf einen Blick, dass das Bild verzerrungsfrei zu sein scheint.
Mit diesen einleitenden Arbeiten kann ich nun mit Hilfe von Powerpoint die Brücke sehr einfach vermessen. Dazu verwende ich dann Ausschnitte aus dem Bild und einen bequemeren Maßstab und komme so zur nächsten Folie, die bereits einige Gedanke für später enthält:Vermessung.png

Da dieses Modell drei Meter lang würde, wird die Spur Z wohl für Studio 2.0 reserviert bleiben. Für eine "richtige" Realisierung des Projektes würde ich den Maßstab verkleinern, um mit unter 2 Metern im bezahlbaren und transportierbaren Rahmen zu bleiben. Im Schritt 4 geht es dann erstmals rein in Studio 2.0. Aber das kommt beim nächsten Schritt.
 

Brixe

Gräfin von Nottebohm
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Hallo Martin,

vielen Dank für den Einblick in deine Vorgehensweise.
So ungefähr läuft es auch bei mir ab. Für mein Château habe ich gut 200 Bilder zusammengesucht und für die Fachwerkmühle immerhin noch ca. 50 Bilder.
Bei der Fachwerkmühle, die ich erst neulich wieder bei BB ausgestellt hatte, habe ich sogar jeden einzelnen Balken vom Original übernommen. Dadurch wurde der Bau extrem kompliziert, weil ich nach jeder senkrechten Fliese aus dem LEGO-Raster rauskam. Aber die allerwenigsten erahnen den Aufwand und die Bautechniken, die dahinter stecken.

Was ich übrigens bei meinen Modellen nie mache: Ich google nie nach Lego! Der Reiz liegt für mich darin, selbst Lösungen auszutüfteln. Wenn ich dann mal ein Modell habe, schaue ich mir auch die Modelle anderer Leute an. Aber erst dann.
Geht mir genau so. Ich will was Eigenes schaffen und nicht Andere kopieren. Denn genau das ist für mich der Reiz am LEGO-Bauen.

LG, Marion,

die deine Projekte mit Spannung verfolgt.
 

DerAlteMannUndDerStein

Brückenleger
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Vielen Dank Marion,

ich habe mir Zeit genommen, um einmal Deine Flickr-Werke anzuschauen. Das ist wie eine riesige Ausstellung mit großartigen Legoideen. Und das Ganze noch (ich bin Schwabe) ohne Eintritt. Wer hier zufällig vorbeiliest: Schaut Euch die Bilder von Marion auch an. Es lohnt sich.

Viele Grüße Martin
 

DerAlteMannUndDerStein

Brückenleger
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Ich komme nun zu Schritt 4 meiner Vorplanung. Hier gehe ich wesentlich tiefer rein bei der Recherche. Das macht mir besonders viel Freude. So habe ich zum Beispiel in der Österreichischen Nationalbibliothek hervorragende Kopien der Originalpläne gefunden. Jetzt habe ich z.B. auch eine sehr detaillierte Ansicht des Querprofils der Brücke. Veröffentlich wurde diese Zeichnung 1846 in der Allgemeinen Bauzeitung. Witzig ist, dass ich sowohl diese Pläne als auch die Pläne für das Bietigheimer Enzviadukt in Österreich gefunden habe.
Querprofil2.jpg
Oben (hier links) ist die Brücke gleich breit wie der Enzviadukt. Aber am Boden ist die Göltzschtalbrücke wesentlich breiter. Die meisten mir bisher vorliegenden Fotos der Brücke zeigen nur sehr schwach, wie breit die Brücke am Fuß wirklich ist.
Die Maße an den Bauzeichnungen sind in der Einheit "sächsische Ellen". Beim Enzviadukt waren es "württembergische Fuß". Solche Zeichnung sind für die Vorplanung äußerst wertvoll. Außerdem gefällt es mir, zu sehen, wie die Leute früher ohne Computer gearbeitet haben.
Bezüglich der später zum Einsatz kommenden Legofarbe neige ich derzeit zu tan, obwohl medium nougat besser wäre. Aber von tan habe ich bereits viele Steine und bei der anderen Farbe gibt es weitaus weniger verschiedenen Steintypen.
Bei den beiden Briefmarken, wussten die Grafiker auch nicht so recht, wie sie mit der Farbwahl umgehen sollen. Vielleicht wollten die Designer sagen, dass es vollkommen egal ist ;-)
Stamps_of_Germany_(DDR)_1976,_MiNr_2166.jpgd1999062.jpg
Also nochmals kurz zusammengefasst:
Schritt 4 heißt Stöbern, Stöbern, Stöbern.
Dass ich dabei Wissen ansammle, welches ich eigentlich gar nicht brauche, macht die Sache doppelt schön.
 

DerAlteMannUndDerStein

Brückenleger
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Jetzt ist Schritt 5 dran.

Hier vergleiche die die unterschiedlichen Pläne. Nicht alles was ich im Internet finde stimmt auch. Pläne können in der Höhe oder Breite gestaucht sein.
Fotos zeigen die Brücke manchmal leicht schräg --> dadurch verkürzt sich die Brücke.
Fotos zeigen die Brücke manchmal etwas von oben --> dadurch wird die Höhe scheinbar kleiner.
Den tollen Plan von unseren Österreichern kann ich auch nicht verwenden, da dieser den ersten Entwurf der Brücke zeigt.
Vor dem Bau wurde dieser Plan noch kräftig verändert.
Die besten Unterlagen habe ich in einem Vortrag gefunden, der irgendwann im Rahmen der Elektrifizierung der Brücke bei der Deutschen Bahn gehalten wurde. Dort fand ich auch einige Maße.
Wenn Bilder schräg sind, entzerre ich diese mit dem Programm GIMP. Diese kostenlose Programm leistet mir schon seit Jahren sehr gute Dienste.
Nach vielem hin-und-her-vergleichen habe ich mich entschieden, bei den Standardbögen (das sind die Bögen, die am häufigsten vorkommen) eine Längsausdehnung von 7 Noppen zu nehmen. Da ein Standardpfeiler und die lichte Weite eines Standardbogens ziemlich genau 16 Meter sind, habe ich damit auch den Maßstabs des kommenden Projektes. 1600 cm / (7 x 0,8 cm) --> Maßstab 1 : 286. Züge sind damit 1,3 Noppen breit. Ich habe vor, diese etwas schmaler als 1-wide-Züge zu realisieren. Die Zuglänge berechne ich jedoch mit dem korrekten Maßstab 1 : 286.
Mein Powerpointdatei liegt mittlerweile in der zweiten Version vor und hat fast 40 Seiten Umfang. Für mich ist Powerpoint ein sehr gutes Tool um Gedanken niederzuschreiben, Berechnungsergebnisse mit Bilder zu vergleichen und letztendlich Material für Schritt 6 zu haben. Bevor ich Schritt 6 vorstelle, hier noch eines der vielen Zwischenergebnisse aus meinen Recherchen:Schritt 5.png
Hier eine kleine Erklärung:
Bei der Brücke gibt es mehrere "Stockwerke", die alle ein oder zwei Gewölbe haben. Die gelbe Leiste links zeigt die Angaben in Meter, die ich für meine Berechnungen herangezogen habe. Die blauen Leisten sind ein Raster von Lego-Plates. Laut Maßstab ergibt sich für die vier Stockwerke eine Höhe von 78 Plates. Rot markiert sind die Abschluss-Tiles der jeweiligen Stockwerke. Grün ist die Lage der vielen, vielen Bögen. Im Stockwerk 1 und 2 kommen immer zwei nebeneinanderliegende Bögen zum Einsatz. Gestern habe ich ein Video gefunden, bei dem einer seine Drohne zwischen den einzelnen Bögen hindurchfliegen lässt. Dadurch habe ich ein recht gutes Gefühl für die Dreidimensionalität des Bauwerks gewonnen. Jetzt freue ich mich auf Schritt 6. Dazu gehe ich in Studio 2.0 und mach erste Längs- und Quer-Proben. Darf man im Forum eigentlich fremde Youtube-Videos einbinden?
Kommentare und Verbesserungsvorschläge sind herzlich willkommen.
 

DerAlteMannUndDerStein

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Die ersten Teilstudien von Schritt 6 liegen vor. Hier ging es mir um diese Dinge:
Richtiger Abstand zwischen den Pfeilern
Richtige Darstellung des Querprofils
Richtige Höhe der Brücke
Studie-4StandardPfeiler.jpgStudie-4StandardPfeiler_2.jpg
Weiter geht es dann mit dem Längsprofil. Aktuell sind die Pfeiler unten viel zu schmal.
 

DerAlteMannUndDerStein

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Weiter geht es! Ich bin immer noch bei Schritt 6: Studien in Studio 2.0
Nachdem ich zuerst die Querprofile und die Höhen festgelegt habe, waren jetzt die Längsprofile dran. Die Pfeiler der Brücke sind unten deutlich breiter als oben. Das kommt sowohl beim Quer- als auch beim Längsprofil zum Tragen. Für die Pfeiler habe ich Unsummen von Jumperplates verbaut und auch immer mal wieder die Richtung gedreht. Gegenüber heute Nachmittag hat sich die Brücke deutlich gemausert. Aber seht selbst:Studie-4StandardPfeiler-002.jpg
Studie-4StandardPfeiler-002_2.jpgStudie-4StandardPfeiler-002_3.jpg
 

DerAlteMannUndDerStein

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Danke für Eure Rückmeldungen und danke für die Likes!
Derzeit mache ich für den Brückenbau einen Entwurf eines Minimodels von etwa 50 cm Länge. Damit möchte ich testen, wie sich die Landschaft und die Gebäude rund um die Brücke darstellen lassen. Dazu werde ich Google-Map-Bilder auswerten.
 

DerAlteMannUndDerStein

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Schritt 7 ist dran (dennoch gehe ich immer mal wieder zurück zu Schritt 6). Im Schritt 7 plane ich ein Minimodell mit der umgebenden Landschaft. Auf diese Weise erhalte ich einen optischen Check des Gesamtmodells ohne allzu teure Bricklinkbestellungen auslösen zu müssen. Für das Minimodell reduziere ich alle Längen und Höhen auf ein Viertel. Aus den später als Grundplatte zum Einsatz kommenden Technic Bricks 16x16 werden im Minimodell kleine 4x4 Plates. Den Baubeginn des Minimodells in Studio 2.0 habe ich mal für Euch gerendert:Mini-Göltzsch_4-Ausschnitt.jpg
Die schwarze Technic-Platte zeigt Euch in welche Richtung das Ganze gehen könnte. Vorerst bleibe ich noch an der kleinen Variante. Das Mini-Modell hat einen Maßstab von 1 : 1145. Ein 1x1 Brick im Modell entspricht also einem Quader mit 11 Meter Höhe und 9 x 9 Meter Grundfläche. Da muss man schon den einen oder anderen Kompromiss eingehen. Beachtet auch die kleine Göltzsch (1x4 Tile) im Vergleich zur Brücke. Im anstehenden Schritt 8 werde ich Euch über Arbeiten mit Google Earth und Google Maps berichten. Aber jetzt gehe ich erst mal eine Runde joggen. Sonst wird das Planen zu ungesund. Außerdem traue ich Gedanken, die mir nur im Sitzen kommen, nicht so ganz.
 

Ts__

Eisenbahner
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Hallo Martin,

sieht gut aus und Wiedererkennung ist gesichert.
Schade das die Brücke für Lego.Zugmodelle in 8w VIEL zu große würde. Also erfreue ich mich an deinen Verkleinerungen...

Thomas
 

DerAlteMannUndDerStein

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Hallo Thomas,

er freut mich außergewöhnlich, dass Du mich in dieses Projekt reingeschubst hast. Danke dafür!

Viele Grüße Martin

PS: Nach 16 km Langlauf weiß ich jetzt, dass ich das Minimodell nicht nur in Studio realisiere
 

DerAlteMannUndDerStein

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Hallo Peter, da muss ich wohl durch! Wenn ich die Haustür und die Terrassentür auflasse müsste es gehen. Für die Steine müsste ich einen Kredit aufnehmen. Gibt es dafür beim Forum Sonderkonditionen? Viele Grüße Martin
 

Tad64

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Tolles Projekt, bringst Du dann nächstes Mal nach Schkeuditz mit. Wir bauen die Anlage dann unter der Decke. Einen Schwertransporter müsstest Du aber rechtzeitig beantragen. ;) Die Brücke sieht in tan aber komisch aus. Irgendwo habe ich ein originales Ziegelstück verkramt, original sieht die schon mehr nach dark orange aus. Nur die Sockel der Stützpfeiler waren aus Stein, der eher tan-farben aussah.
 
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