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The Middle Earth LEGO Minifigure Catalog: From The Hobbit To Lord of The Rings von Christoph Bartnec

aiori

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12 März 2014
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916
Als großer Fan von Herr der Ringe und stolzer Besitzer aller Sets (wobei ich derzeit die Hobbit-Sets wieder abstoße und nur die HdR behalte) war dieses Buch ein Pflichtkauf für mich.

Bevor ich genauer darauf eingehe, kurz etwas zu meiner Erwartungshaltung, denn die ist bei sowas ziemlich wichtig.
Ich habe selbst im Verlauf der Releases der Reihe eine recht ausführliche Excel-Liste geführt und wußte daher, dass ich im Prinzip über alle Daten bereits verfüge.
Mit dem Kauf verband ich in erster Linie drei Punkte:
  • Gibt es was, dass ich verpasst habe?
  • Wie sortiert und organisiert jemand anderes Legofiguren?
  • Und ich wollte - quasi um die Sammlung rund abzuschließen - etwas Gedrucktes zur Dokumentation in der Hand haben.
Obwohl ich solche Kompendien liebe und gerne darin stöbere, habe ich zuvor nur ein eniziges solches Buch gekauft, nämlich über Star Wars Figuren (die klassischen Kennerfiguren aus den 70ern/80ern) und das ist schon über 20 Jahre her.
Das war meine Referenz.

Haptik

Der erste Gedanke beim Auspacken war: Wow, ist das dünn.
Ok, es gibt je nach Zählart (dazu später mehr) nur 129 oder 110 Figuren und in der Beschreibung stand 40 Seiten also geht das in Ordnung (auch wenn ich kurz überlege, ob 10€ es nicht auch getan hätten. Aber ich habe selbst bereits ein Buch im Selbstverlag veröffentlicht und weiß, dass der Autor bei diesem Preis nicht viel verdient).
Das Buch kommt als Paperback und der Umschlag ist sehr schön gestaltet.
Das Format ist ein wenig größer als DINA5.

Der Inhalt:

Am Anfang gibt's ein Inhaltsverzeichnis, kurze Einleitung, Schlüssel zur Seriennummer, Preisinformation und Werbung für die eigene App.
Es folgt das Hauptkapitel: Der Katalog

Aufbau
Es wird thematisch unterschieden zwischen "Herr der Ringe", "Sonstige" (in diesem Fall "Dimensions") und "Hobbit".
Diese Kapitel folgen einander textbündig. Hier hätte man einen Seitenumbruch spendieren können.
Die Reihenfolge der Figuren innerhalb der Themes ist chronologisch und dann nach Setnummer. Wobei letzte Sortierung nicht konsequent ist (9473 vor 9472 u.w.).

Zu jeder Figur gibt es:
  • Bild der Figur von vorne (groß)
  • Bilder vom Kopf (beide Seiten)
  • Bild der Figur von hinten (klein)
  • eine eigens kreierte Seriennumer
  • die Bricklink-Nummer
  • die Anzahl der Teile
  • Preis neu
  • Preis gebraucht
  • Nummer des Kopfes
  • Setnummern in denen die Figur enthalten war
  • Ein QR-Tag mit link zur Figur in der App.
Im Einzelnen:

Die Fotos
Die Fotos sind von guter Qualität. Nicht überragend, schließlich sind die Seiten nicht aus Fotopapier, aber auch nicht schlecht. Blöd ist, die Fotos sind in etwa genauso groß, wie die Figur in echt und bieten somit keinen Mehrwert, etwa um Details besser zu erkennen.

Die eigene Seriennummer
Bsp.: lic.mea.hob.2013.06
Der Schlüssel wird zwar erklärt, nämlich dass die ersten 3 Buchstaben für das "High Level Theme" stehen, allerdings wird nicht erklärt, wofür "lic" im Speziellen steht. Diese Information kann man im Internet finden.
Im Weiteren Verlauf kann man sich denken, dass es für "licence" steht.
Interessant ist die Nummer eigentlich nur, weil das Jahr enthalten ist, (das eigentlich zu jeder Figur separat aufgelistet sein sollte) und wegen der fortlaufenden Nummer, weil man so sieht, wieviele Figuren in einem Jahr produziert wurden.
Ansonsten ist diese Seriennummer streng genommen überflüssig für den Leser.

Die Bricklink-Nummer
Diese Information finde ich sehr sinnvoll.

Anzahl der Teile
Bedingt nützlich, später mehr dazu.

Die Preise
Die Preise sind die gemittelten BL-Preise zwischen September 2015 und Februar 2016.
Die gedruckten Preise sind also bei Auslieferung des Buches schon veraltet. Ok, die Fluktuation ist wahrscheinlich nicht so rasant. Aber ich vermute mal, dass es von diesem Buch in Zukunft keine überarbeitete Auflage geben wird, wie von den Star Wars Figuren Katalogen, denn das Thema HdR ist für Lego abgeschlossen und damit stehen diese Preise für alle Zeiten unverändert da und haben maximal Nostalgiewert.
Ich hätte diese Information weggelassen.

Die Nummer des Kopfes
Wow, das ist eine Information, über die ich mir noch nie Gedanken gemacht habe. Aber lieber zu viel als zu wenig.
Allerdings frage ich mich, warum er die Nummer der Haarteile nicht auch abgedruckt hat.
Aber ich brauche beide nicht, vielleicht macht diese Auswahl ja Sinn für jemand anderen.

Setnummer, in denen die Figur enthalten war.
Sehr gut. Leider auch nur auf den ersten Blick (für mich zumindest). Das hängt aber auch mit dem größten Defizit zusammen. Dazu komme ich gleich.

QR-Tag
Verweist auf App-Inhalte. Die App selbst ist kostenlos, Updates kosten wohl Geld. Sie ist mit 3,8 (Android) bewertet. Mehr kann ich nicht sagen, ich hab sie nicht installiert.

Nach dem Figurenverzeichnis kommen noch zwei Listen.
Eine mit der Umschlüsselung BL-Nummern - Bartneck-Nummern. Überflüssig, wie ich finde.
Und eine alphabetische Liste aller Figuren. Das ist ganz hilfreich. Hier sieht man erstmals die Figuren und ihre Varianten direkt untereinander.

Fazit:
Postiv ist, die Liste ist komplett bis zu den Dimension-Figuren.
ABER:
Für mich als Figurensammler kommt die Figur nur inklusive der Originalausstattung in die Vitrine und dazu gehört das ganze Zubehör, also Waffen, Schilde, Helme, Ringe und alles andere, so wie es in der Bauanleitung des Sets, dem die Figur beiliegt, gezeigt ist.
Und das fehlt hier.
Diese Information war schon vor über 20 Jahren im Starwars-Katalog drin und sie war extrem hilfreich. Damals gab es keine andere Quelle und nur mit diesem Katalog konnte man die Figuren auf dem Flohmarkt kaufen und überprüfen, ob sie vollständig waren.
Bricklink listet die HdR-Figuren ohne Zubehör und Bartneck hat das übernommen. Das ist echt eine verpasste Chance.
Ohne Zubehör kommt BL auf 110 verschiedene Figuren.
Mit Zubehör komme ich auf 129 verschiedene Figuren (jeweils ohne Dimensions).
Ohne Zubehör stimmt die Teileanzahl nur bedingt.
Ohne Zubehör sind die Setnummern nur bedingt aussagekräftig, da unterschiedliche Varianten in unterschiedlichen Sets enthalten waren.

Was hätte ich anders gemacht?
Ich hätte explizit das Jahr zu jeder Figur geschrieben.
Außerdem hätte ich die Varianten bei jeder Figur aufgelistet, bzw. jeder Figurenvariante einen eigenen Eintrag gegönnt.
Als Sortierung hätte ich die alphabetische gewählt. Obwohl hierbei eigentlich jede Variante falsch und richtig ist. Aus meiner Erfahrung heraus denke ich, dass man eher gezielt Informationen zu einer bestimmten Figur sucht, als die Serie durchzublättern. Wohlgemerkt, es gibt ein alphabetisches Verzeichnis mit Seitenangaben. Ich hätte es lediglich anderherum ausgeführt.

Empfehlung ja oder nein?
Wer eine Übersicht mit den erwähnten Kritikpunkten gebrauchen kann, für den ist das Buch eine nette Ergänzung. Ich bereue den Kauf trotz der genannten Kritikpunkte nicht.



Zum Abschluß noch ein paar Fan-Gedanken zu solch einem Werk, die aber nicht als Kritik am Buch gedacht sind, weil sie außerhalb der Definition eines Minifiguren-Katalogs liegen:

Man hätte ein weiteres Kapitel mit allen Wesen ergänzen können.
Die Bigfigs sind enthalten (Troll, Goblin King). Der Ent, die Adler, Shelob, die Mirkwoodspinnen und Smaug leider nicht.
Das Sahnetüpfelchen wäre gewesen, die Pferde namentlich zu benennen.
Ja, HdR-Fans sind so bekloppt.
Ich wollte Anfangs Namensschildchen für jede Figur und jedes Wesen drucken und hatte angefangen, die Namen der Pferde von Gandalf, Aragorn und Boromir zu suchen. Ich habs dann sein lassen, weil ich generell die Idee der Namensschildchen irgendwann nicht mehr gut fand.

Die ein oder andere Figur hätte vielleicht ein wenig Hintergrundinfo verdient. Nicht als Roman-Figur, sondern als Legofigur. Im Besonderen denke ich da natürlich an Azog und die SDCC-Posse. Aber auch die exklusiven Figuren, wo und wann sie erhältlich waren.

Schlüsselanhänger (5 St.) und Magnete (2 Szenen, 1 3er-Set) zählen auch irgendwie zu den Figuren. Hätte man auch reinpacken können.
 
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