Endlich zu Hause

Das Wochenende war wundervoll. Die Menge an Besuchern habe ich auf einer Ausstellung noch nicht erlebt. Genauso wie eine Ausstellung mit fast 500 Teilnehmern, einfach grandios.
Die Preisverleihung besonders der Collab-MOCs hat mich eher positiv überrascht.
Der verdiente dritte Platz der Techniker wurde ja schon gebührend gefeiert.
Interessanter war das Ergebnis bei den beiden Favoriten:
Obwohl New Hashima
(hier ein Tageslichtfoto)
von vielen präferiert wurde fand ich das Bauwerk persönlich anstrengend. Insbesondere die Eröffnungsparty am Freitag mit flackernden Lichtern bei gedimmtem Saallicht und ohrenbetäubender Ambient-Musik war für mich zuviel des Guten. Schließlich saß ich zu der Zeit keine 10m entfernt vor meiner SKA und versuchte die Anlage in Betrieb zu nehmen. Spätestens als Huwi mit seinem genauso lauten Music-Truck bei der Party auftauchte war meine Schmerzgrenze erreicht, zwei konkurrierende Musikstile halte ich in meinem Alter nicht mehr aus

Sicherlich war das gesamte Bauwerk schon durch die schiere Größe beeindruckend, aber es erinnerte mich eher an einen aufgemotzten BMW mit Unterbodenbeleuchtung und dicken Subwoofern
Um so mehr freue ich mich, dass ich
@Brixe und ihren Mitstreitern zum verdienten ersten Platz gratulieren darf
Das gewisse Etwas, was ich bei New Hashima vermisste, war bei der japanischen Burg überreichlich vorhanden.
So viele liebevolle Details, Remineszenzen an japanische Filme und historische Bezüge zusammengefasst in einem Moc der Extraklasse mit meisterhaften Bautechniken realisiert. Einfach fabelhaft. Eine Gesamtaufnahme habe ich leider nicht zu bieten, denn diese Anlage war stehts dicht umlagert von Leuten, die sich minutenlang die Details ansahen. Die vielen Beschreibungskarten, die um das Modell verteilt waren, boten genau die Information, die man brauchte um das Gesehene einzuordnen. Es war eben nicht nur ein fiktives Modell mit vielen Details, sondern ein wunderschönes Modell, das dutzende Geschichten gleichzeitig perfekt in Szene setzte. Ob der blinde Satoichi, Kurasawas Sieben Samurai, der Geschichte vom schwarzen Samurai Yasuke und viele mehr, das Kopfkino fing bei mir sofort an zu arbeiten. Affen in den heißen Quellen, die japanische Schwertschmiedekunst, Samurai, der heilige Gingkobaum... die Liste ließe sich noch sehr lange fortsetzen.
Die Bautechniken waren wieder perfekt, die schneebedeckten Steine in der Burgmauer, das Laub auf dem Boden, die von Restschnee bedeckten geschwungenen Dächer der Gebäude. Man konnte sich kaum sattsehen.
Statt des aufgemotzten BMW sah man hier einen Maybach. Jedes Detail stilvoll und meisterhaft in Szene gesetzt.
Yasuke
The last Samurai
und diese Szene hier war mein persönliches Highlight.
Für mich erstaunlich ging auch der Publikumspreis an dieses Modell, das zeigt wohl, dass wir auch ein perfektes Publikum hatten.
Noch mal vielen Dank an alle, die zum Erfolg der Ausstellung beigetragen haben, ob als Veranstalter, Aussteller oder Besucher. Es war toll.