Mirco
Mitglied
- Registriert
- 31 März 2018
- Beiträge
- 245
Huhu!
Mein FDNY-Fuhrpark wächst weiter - seitdem ich Tiller und Rescue vorgestellt habe, ist Anfang des Jahres meine Engine 246 fertig geworden und im September auch noch die Tower Ladder 161.

In New York City gibt es 4 Typen von Hubrettungsfahrzeugen: Zwei klassische 30-Meter Leitern ohne Korb, entweder als Dreiachser mit hinten liegendem Drehturm oder als Tiller für engere Straßen im Ausrückebereich; und dann noch die Teleskopmasten auf dreiachsigen Fahrgestellen, die es als 75- und 95-Fuß-Version gibt (also 24 bzw. 30 Meter Ausfahrlänge). Während die traditionellen Leitern (auch "Stick" genannt) hauptsächlich als Rettungs- und Angriffsweg für Einsatzkräfte gedacht sind, können über den Korb der Tower Ladders auch Bürger gerettet werden, Einsatzkräfte aus dem Korb arbeiten und über die feste Teleskopwasserleitung Löschangriffe fahren. Als Notabstieg gibt es oben auf dem Mast eine fest verbundene Teleskopleiter, die aber selten bis nie genutzt wird.
Da die fire houses in NYC recht niedrig sind und auch die Leitern eine Mannschaftskabine besitzen, muss der Teleskopmast hinter der Kabine montiert werden, wo er ca. auf die gleiche Länge kommt wie eine deutsche Drehleiter 23/12. Für dieselben Ausladungsgrenzen ist der Truck dadurch also deutlich länger, was durch den langen Überhang hinten und die nicht gelenkte 3. Achse verschärft wird. Das macht es aber auch sehr spannend zu fahren und beeindruckend zu sehen, wie sich die Fahrer damit durch den Verkehr schlängeln.
Demovideo einer Einsatzstelle (Tower Ladder ab 0:55)

Die Abstützung besteht aus zwei Teilen. Bei der Bedienung des Originals fahren zunächst die 4 "Jacks", Hydraulikstempel in der Stoßstange und hinter den Antriebsachsen, gerade nach unten, bis sie Bodenkontakt haben. Dann werden die zentral am Drehkranz liegenden "Outriggers" abgesenkt (mindestens auf der belasteten Seite). Sobald diese auch Bodenkontakt haben, steuert das System alle 6 Zylinder an, um Niveaugleichheit herzustellen. Meine Abstützung ist etwas simpler gehalten, indem die 4 jacks mit Linearmotoren (die von meiner DLK 26/12) und 3D-Druck-Gehäuse zur Anbindung an den Rahmen umgesetzt sind. Diese haben einen Endschalter und brauchen weniger lange als die Lego-LAs an den outriggers, sodass ich mit einem Hebel alles gleichzeitig zufriedenstellend steuern kann. Eine automatische Nivellierung gibt es nicht, wenn nötig können aber die 6 Unterlegplatten anders verteilt werden, um Unebenheiten auszugleichen.

Den Ausleger habe ich in den letzten 12 Monaten entwickelt. Er ist aus der Grundkonstruktion meines Liebherr-Krans entstanden, besteht aus 3 Teilen und wird über Zahnstange/Worm gear und Koppelseile ausgefahren. Während die untere Abstiegsleiter mit dem Mast verbunden ist, können die oberen beiden natürlich nur an der Spitze der jeweiligen Sektion aufgehängt werden. Seitlich werden sie durch brackets aufeinander geführt.
Da der Mast natürlich recht massiv ist, ist der Hebelarm des Oberwagens enorm und nochmal größer als bei der Drehleiter. Dementsprechend habe ich einen völlig neuen Drehturm konstruiert, der aus zwei miteinander verbundenen turntables besteht. Auf diese Weise konnte ich den Turm auf mehreren Höhen im Hauptrahmen verankern, der an der dicksten Stelle aus Technic Bricks - 2 Schichten Plates - Technic Bricks - 2 Schichten Plates - Technic Bricks besteht. Zwar verbiegt sich mein Rollenlager immer noch ganz schön und ein Schwenken bei abgesenktem und ausgefahrenem Leiterpark ist nur mit manueller Unterstützung drin, aber ich muss keine Angst vor einem Totalversagen haben.
Aufgrund des Gewichts kam ich nicht um 3rd Party-Aktuatoren für das Aufrichten herum, selbst die tun sich schwer (10 kg nominale Hublast). Die hatte ich aber vom testen noch rumliegen und wollte keine neuen kaufen.
Mittig durch den Drehturm laufen die Kabel für Arbeitsscheinwerfer und Korb, der wie bei der Drehleiter mittels Teensy 3.2 und Ruderservo den Winkel anpasst. Eine weitere Besonderheit, die nur sehr schwierig umzusetzen war/ist, ist die Wasserleitung. Das Originalfahrzeug hat rechts und links unter dem Drehkranz einen Einspeisepunkt für ein Löschfahrzeug, und von dort aus gibt es eine feste Verrohrung durch den Drehkranz, am Oberwagen nach außen und dann teleskopierend bis zum Korb, wo ein Werfer fest verbaut ist. Ich hab es immerhin geschafft, aus 6/5/4 mm Messingrohren eine dreiteilige Teleskopleitung zu bauen, die am Drehkranz (obere Seite) eingespeist wird. Da die Dichtsitze der O-Ringe aber nicht ganz perfekt sind, leckt es trotzdem ordentlich. Solange der Ausleger nicht über dem Unterwagen steht, ist aber alles in Ordnung

Den Wasserwerfer habe ich realisiert, indem ich die Macaroni-Teile aufgebohrt und einen Silikonschlauch reingestopft habe. An den Drehpunkten sind die einzelnen Teile über Pneumatik-Verbinder (mit abgesägtem Technic-Kreuzloch) zusammengesteckt.

Beim Thema Fahrgestell habe ich vieles von der Rescue übernommen, aber auch dazugelernt. So ist die zweite Achse permanent angetrieben, die dritte kann händisch zugeschaltet werden. Etwa bei Glätte/Nässe oder wenn man sich festgefahren hat. Für trockene Kurvenfahrten und zum rangieren ist das wegschalten ratsam bis erforderlich. Umgesetzt habe ich das ganze, indem ich ein 16t Kupplungszahnrad mit einem normalen 16t auf der Eingangsachse des hinteren Differentials mit Heißverkleber vergossen habe, sodass man über einen Schaltring die 2. und 3. Achse fest kuppeln kann. Zwischendiff gibt's dann keins, ist aber auch nicht nötig. Die Differentiale sind mittlerweile standardmäßig die von Zenebricks, weil die einfach nicht kaputtzukriegen sind.

Dank freundlicher Unterstützung der Company habe ich die Originaldatei für das Kunstwerk seitlich am Ausleger erhalten. Die Beleuchtung und Sirenen sind weitgehend baugleich mit denen der Engine bzw. der Rescue, wieder umgesetzt mit Beier USM-RC-3. Diesmal kann ich auch den typischen Warnsound der FDNY-Leitern beim Verfahren der Stützen abspielen.

Zum Abschluss noch ein paar atmosphärische Einsatzbilder:



Mein FDNY-Fuhrpark wächst weiter - seitdem ich Tiller und Rescue vorgestellt habe, ist Anfang des Jahres meine Engine 246 fertig geworden und im September auch noch die Tower Ladder 161.

In New York City gibt es 4 Typen von Hubrettungsfahrzeugen: Zwei klassische 30-Meter Leitern ohne Korb, entweder als Dreiachser mit hinten liegendem Drehturm oder als Tiller für engere Straßen im Ausrückebereich; und dann noch die Teleskopmasten auf dreiachsigen Fahrgestellen, die es als 75- und 95-Fuß-Version gibt (also 24 bzw. 30 Meter Ausfahrlänge). Während die traditionellen Leitern (auch "Stick" genannt) hauptsächlich als Rettungs- und Angriffsweg für Einsatzkräfte gedacht sind, können über den Korb der Tower Ladders auch Bürger gerettet werden, Einsatzkräfte aus dem Korb arbeiten und über die feste Teleskopwasserleitung Löschangriffe fahren. Als Notabstieg gibt es oben auf dem Mast eine fest verbundene Teleskopleiter, die aber selten bis nie genutzt wird.
Da die fire houses in NYC recht niedrig sind und auch die Leitern eine Mannschaftskabine besitzen, muss der Teleskopmast hinter der Kabine montiert werden, wo er ca. auf die gleiche Länge kommt wie eine deutsche Drehleiter 23/12. Für dieselben Ausladungsgrenzen ist der Truck dadurch also deutlich länger, was durch den langen Überhang hinten und die nicht gelenkte 3. Achse verschärft wird. Das macht es aber auch sehr spannend zu fahren und beeindruckend zu sehen, wie sich die Fahrer damit durch den Verkehr schlängeln.
Demovideo einer Einsatzstelle (Tower Ladder ab 0:55)

Die Abstützung besteht aus zwei Teilen. Bei der Bedienung des Originals fahren zunächst die 4 "Jacks", Hydraulikstempel in der Stoßstange und hinter den Antriebsachsen, gerade nach unten, bis sie Bodenkontakt haben. Dann werden die zentral am Drehkranz liegenden "Outriggers" abgesenkt (mindestens auf der belasteten Seite). Sobald diese auch Bodenkontakt haben, steuert das System alle 6 Zylinder an, um Niveaugleichheit herzustellen. Meine Abstützung ist etwas simpler gehalten, indem die 4 jacks mit Linearmotoren (die von meiner DLK 26/12) und 3D-Druck-Gehäuse zur Anbindung an den Rahmen umgesetzt sind. Diese haben einen Endschalter und brauchen weniger lange als die Lego-LAs an den outriggers, sodass ich mit einem Hebel alles gleichzeitig zufriedenstellend steuern kann. Eine automatische Nivellierung gibt es nicht, wenn nötig können aber die 6 Unterlegplatten anders verteilt werden, um Unebenheiten auszugleichen.

Den Ausleger habe ich in den letzten 12 Monaten entwickelt. Er ist aus der Grundkonstruktion meines Liebherr-Krans entstanden, besteht aus 3 Teilen und wird über Zahnstange/Worm gear und Koppelseile ausgefahren. Während die untere Abstiegsleiter mit dem Mast verbunden ist, können die oberen beiden natürlich nur an der Spitze der jeweiligen Sektion aufgehängt werden. Seitlich werden sie durch brackets aufeinander geführt.
Da der Mast natürlich recht massiv ist, ist der Hebelarm des Oberwagens enorm und nochmal größer als bei der Drehleiter. Dementsprechend habe ich einen völlig neuen Drehturm konstruiert, der aus zwei miteinander verbundenen turntables besteht. Auf diese Weise konnte ich den Turm auf mehreren Höhen im Hauptrahmen verankern, der an der dicksten Stelle aus Technic Bricks - 2 Schichten Plates - Technic Bricks - 2 Schichten Plates - Technic Bricks besteht. Zwar verbiegt sich mein Rollenlager immer noch ganz schön und ein Schwenken bei abgesenktem und ausgefahrenem Leiterpark ist nur mit manueller Unterstützung drin, aber ich muss keine Angst vor einem Totalversagen haben.
Aufgrund des Gewichts kam ich nicht um 3rd Party-Aktuatoren für das Aufrichten herum, selbst die tun sich schwer (10 kg nominale Hublast). Die hatte ich aber vom testen noch rumliegen und wollte keine neuen kaufen.
Mittig durch den Drehturm laufen die Kabel für Arbeitsscheinwerfer und Korb, der wie bei der Drehleiter mittels Teensy 3.2 und Ruderservo den Winkel anpasst. Eine weitere Besonderheit, die nur sehr schwierig umzusetzen war/ist, ist die Wasserleitung. Das Originalfahrzeug hat rechts und links unter dem Drehkranz einen Einspeisepunkt für ein Löschfahrzeug, und von dort aus gibt es eine feste Verrohrung durch den Drehkranz, am Oberwagen nach außen und dann teleskopierend bis zum Korb, wo ein Werfer fest verbaut ist. Ich hab es immerhin geschafft, aus 6/5/4 mm Messingrohren eine dreiteilige Teleskopleitung zu bauen, die am Drehkranz (obere Seite) eingespeist wird. Da die Dichtsitze der O-Ringe aber nicht ganz perfekt sind, leckt es trotzdem ordentlich. Solange der Ausleger nicht über dem Unterwagen steht, ist aber alles in Ordnung

Den Wasserwerfer habe ich realisiert, indem ich die Macaroni-Teile aufgebohrt und einen Silikonschlauch reingestopft habe. An den Drehpunkten sind die einzelnen Teile über Pneumatik-Verbinder (mit abgesägtem Technic-Kreuzloch) zusammengesteckt.

Beim Thema Fahrgestell habe ich vieles von der Rescue übernommen, aber auch dazugelernt. So ist die zweite Achse permanent angetrieben, die dritte kann händisch zugeschaltet werden. Etwa bei Glätte/Nässe oder wenn man sich festgefahren hat. Für trockene Kurvenfahrten und zum rangieren ist das wegschalten ratsam bis erforderlich. Umgesetzt habe ich das ganze, indem ich ein 16t Kupplungszahnrad mit einem normalen 16t auf der Eingangsachse des hinteren Differentials mit Heißverkleber vergossen habe, sodass man über einen Schaltring die 2. und 3. Achse fest kuppeln kann. Zwischendiff gibt's dann keins, ist aber auch nicht nötig. Die Differentiale sind mittlerweile standardmäßig die von Zenebricks, weil die einfach nicht kaputtzukriegen sind.

Dank freundlicher Unterstützung der Company habe ich die Originaldatei für das Kunstwerk seitlich am Ausleger erhalten. Die Beleuchtung und Sirenen sind weitgehend baugleich mit denen der Engine bzw. der Rescue, wieder umgesetzt mit Beier USM-RC-3. Diesmal kann ich auch den typischen Warnsound der FDNY-Leitern beim Verfahren der Stützen abspielen.

Zum Abschluss noch ein paar atmosphärische Einsatzbilder:









