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Mirco

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Hi! Ich hab ein neues Modell zu präsentieren:

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(Auf den Bildern in der Sonne fehlt noch die Markise)

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Die Berliner Feuerwehr hat 2019 3 baugleiche Einsatzleitwagen 2 in den Dienst gestellt. Aufgebaut von Iturri auf einem MAN-Dreiachser sind die mobilen Leitstellen mit 11,30m Länge und knapp 4 Metern Höhe neben dem Feuerwehrkran die größten Einsatzfahrzeuge im Fuhrpark. Durch den enormen Überhang finden sich in diesem Zusammenhang auch häufiger mal frische Kratzer und Dellen an den hinteren Ecken…

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Ich lese häufig die Frage, warum man in Berlin gleich 3 davon braucht. Die Antwort ist recht simpel - die turnusmäßige Wartung an der extrem umfangreichen Elektro- und Kommunikationstechnik dauert bis zu zwei Monate, d.h. man kann im Bedarfsplan nur mit zwei dauerhaft besetzbaren Fahrzeugen rechnen. Und dass es bei 3,5 Mio Einwohnern nicht unwahrscheinlich ist, dass zwei Großschadenslagen auftreten, ist ja klar.

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Die Technik hat es wie gesagt in sich, neben dem großen Konferenzraum im vorderen Teil des Aufbaus befinden sich Arbeitsplätze zur Regie der 3 Monitore am Konferenztisch und des aussenliegenden Fernsehers - es können neben Lagekarten u.a. Live-Drohnenbilder und die Kamerafeeds der Rundumkameras sowie der Domkamera an Antenntenmast angezeigt werden.



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In der hinteren Hälfte des Aufbaus befindet sich ein zweiter Raum, der über eine Schiebetür bzw. Eine zweite der Key-gesicherten Zugangstüren erreicht werden kann. Hier befinden sich die Schaltschränke für den eingebauten, schallgedämmten Generator, die Batteriepuffer für die Server, Netzwerk- und Serversysteme selbst, sowie die Funktechnik. Das Fahrzeug baut ein eigenes WLAN-Netz auf und empfängt u.a. VoIP-Telefonie, LTE, Analog- und Digitalfunk sowie Satellitenfernsehen und kann auch kabelgebunden bspw. Ans Netzwerk der Leitstelle angeschlossen werden.

Beide Räume sowie die Technikschränke sind unabhängig voneinander klimatisiert, und an der Dachkante auf der Beifahrerseite ist über die gesamte Aufbaulänge eine zweigeteilte Markise angebracht.

Features des Modells:

76 x 27 x 17 cm lxbxh

7,3 Kilo, damit nochmal ein ordentlicher Sprung gegenüber dem Kran in Sachen schwerstes Modell

Antrieb über 2 L-Motoren und Metalldiff (geht auf gerader Ebene auch mit einem nagelneuen Legodiff, aber einmal zu schnell beschleunigt oder über eine Kante und das war’s)

Lenkung der ersten und dritten Achse über je einen PF Servo

Alle Achsen voll gefedert

Antennenmast - 5V Linearaktuator von Aliexpress und ein Flugzeugservo

Beleuchtung, Martinhorn und Bullhorn wie immer, diesmal allerdings habe ich eine neue Umfeldbeleuchtung gefunden - 5mm breite COB-LED Strips, nehmen 9-12 V DC und verwandeln Strom in wunderbar gleichförmiges Licht. Ab sofort also keine hervorstehenden Metallkonstrukte, ich weiß, dass das den einen oder anderen hier sehr freut ;)


Aufbaufunktionen: dafür sorgen drei PF-Kanäle. Einer aktiviert die Umfeldbeleuchtung, schickt dem Arduino das Signal für Warnblinker und Heckwarner. Der zweite versorgt die Geräteraum- und Deckenbeleuchtung sowie einen zweiten Arduino, an dem der Antennenmast sowie der Außenmonitor hängen.

Auf Knopfdruck startet der dritte Kanal den Aufrüstvorgang, d.h. während auf dem Bildschirm eine Boot-Animation läuft, klappt die Dachbox auf, die Antenne richtet sich auf und der Mast fährt aus, worauf die rote Kennleuchte beginnt, zu blinken:


Diese Lösung war beim Original die Antwort auf die Frage, wie die Antenne einerseits während der Fahrt geschützt, anderseits auch die rote Kennleuchte unsichtbar gelagert werden kann. Nach StVZO hat diese an Fahrzeugen nämlich nichts zu suchen und darf auch ausgeschaltet nur dann erkennbar sein, wenn das Fahrzeug nicht fahrbereit ist - dafür sorgt ab Aufstellen des Mastes die Fahrzeugelektronik.

Die Leitungen für Antenne, Domkamera und co. verschwinden, durch eine Schleppkette geführt, im Kabelschacht. Das funktioniert bei mir super zuverlässig, seit ich den oberen Teil der Kette mit einem Draht versteift habe und sie den Schacht nicht mehr verstopft.

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Die rote Lampe ist übrigens die Kennzeichnung der Einsatzleitung für alle Beteiligten, wie Energieversorger und Einsatzkräfte.
 

Mirco

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Muss ich bei der nächsten Bricklink Bestellung mal dran denken

Wo hast du das Metalldiff her?
Metal-technic-Parts.com

Teuer und aus England, aber beim Kran hat das den Unterschied gemacht zwischen gar nicht fahren und problemlos im Gelände.

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Daher ist der Aktuator, 130mm hub ist die längste Variante. Der Driver, den man dort auch auswählen kann, ist besonders zum Testen sehr brauchbar, kommt mit zwei Tastern zum steuern.

Hinter der grauen 2x2 tile sieht man einen 1.8 g Nano Servo aus dem RC-Flug-Bereich, der an den Oberteil des Aktuators geklebt ist. Das Servohorn wiederum ist in das U-Bracket eingeklebt, das Kamera, Antenne und Lampe trägt. An der Tile hängt außerdem eine plate modified mit Clips für die 3L Bar, an der die Schleppkette hängt und die nach unten zu einer 16L Achse führt, um das drehen des Aktuators zu verhindern.

Ich bin gerade unterwegs und kann keine neuen Fotos machen, aber ich hoffe, man erkennt es ganz gut.

In der Dachbox ist ein zweiter Servo, den ich noch aus dem Zweierset für den Drehleiterkorb übrig hatte. An seinem Horn hängt ein 3x3 bent half beam, und an dessen Spitze ein Stück Garn, das mit etwas Spiel an der Klappe befestigt ist. Zum öffnen klappt der servo 90 grad nach oben und drückt die Kiste auf, zum schließen zieht er sich zurück und durch den Faden auch den Deckel.
 
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