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Eigenbau-Boogies sinnvoll? Hat jemand Praxiserfahrung damit?

Anna

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Hallo zusammen,

ich überlege zurzeit, ob selbstgebaute Motor-Bogies eine Alternative als Antrieb für einige meiner Loks gut funktionieren könnte.

Ich baue normalerweise Loks und Waggons in 6W, damit sie zu den alten Modellen besser passen. Falls möglich, werden Loks und Waggons auch nicht länger als 30 Noppen. Was als Bausatz daherkommt und zu groß ist, wird entsprechend umgebaut und gekürzt. Mit riesigen Trümmern auf einer Hausanlage kann ich überhaupt nichts anfangen. Außerdem ist das Gesamtbild von der Größe her einfach nicht stimmig, sobald alte und neue Züge gemeinsam auf der Bahn stehen oder fahren.
Der Vorteil dabei ist natürlich auch, dass jeder gekürzte Zug um einiges weniger Gewicht hat, was den Antrieb und den Energieeinsatz (Akkus) schont.

Ich habe mir einige alternative Motor Bogies auf unterschiedlichen Plattformen angesehen, wobei ich mich von der Größe her an den typischen Abmessungen der Lego Zugmotoren orientiere. Da ich selbst noch kein Modell eines motorisierten Bogies umgesetzt habe, wollte ich mal in die Runde fragen:
Ist ein "Selbstbau-Bogie" in der Lage, ohne Probleme einen Zug mit zwei bis max. vier Waggons (z.B. eine 7740, 725 oder 60052) zu ziehen?
Wenn ja, wie sieht es mit dem Verschleiß in den belasteten Teilen (Achsen und Lagerung) aus? Typischerweise werden die Bogies ja mit Kreuzachsen gebaut, soweit ich das gesehen habe. Ich könnte mir vorstellen, dass die dadurch entstehende Reibung im Betrieb durchaus zu einem merklichen Verschleiß führen wird.

Hat jemand dazu vielleicht schon Erfahrung gesammelt?

VG Anna
 

Lok24

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Ist ein "Selbstbau-Bogie" in der Lage, ohne Probleme einen Zug mit zwei bis max. vier Waggons (z.B. eine 7740, 725 oder 60052) zu ziehen?
Müsste , denn ein Eisenbahnmotor kann es ja auch.
Warum willst Du den ersetzen?

(ist ein etwas exotisches Thema, mal schauen wer was weiß)
 

Sven

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Wenn ja, wie sieht es mit dem Verschleiß in den belasteten Teilen (Achsen und Lagerung) aus? Typischerweise werden die Bogies ja mit Kreuzachsen gebaut, soweit ich das gesehen habe. Ich könnte mir vorstellen, dass die dadurch entstehende Reibung im Betrieb durchaus zu einem merklichen Verschleiß führen wird.
Die Lager sollten allein schon zur Erhöhung der effektiven Zugkraft geschmiert werden. Ich praktiziere bei meinen Modellen - nach negativen Erfahrungen mit flüssigen Schmierstoffen - ausschließlich Trockenschmierung mittels Teflonspray, welches ich mit Wattestäbchen an den Lagerwänden verteile - das reduziert die Reibung ganz ordentlich.
Zahnräder im Antrieb können ebenfalls recht verschleißanfällig sein. Die behandle ich mit etwas Teflonfett aus dem Hubschrauber-Modellbau.
 

Anna

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Warum willst Du den ersetzen?
Zum einen wollte ich schauen, ob so etwas überhaupt sinnvoll und praxistauglich umsetzbar ist. Zum anderen ließe sich dabei auch abschätzen, wie klein und bautechnisch variabel sich ein solcher Antrieb für unterschiedliche Lokmodelle umsetzen ließe.
 

Lok24

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Scheint mir eher ein Thema aus dem Bereich Feinmechanik zu sein :)
Schicke mal mal Bilder oder Links.
Ob es sinnvoll ist? Das war ja genau meine Frage.
Sollen auch Akkus rein?
Größer macht ja wenig Sinn, kleiner, naja bis die Räder aneinandenstoßen.
 

Tad64

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Einige Drehgestelle muss man selber bauen, die Zugmotoren sind neben dem festen, nicht immer passendem Radstand aber auch viel zu schnell. Zumindest für vorbildgetreue Geschwindigkeiten wären geringere Drehzahlen vorteilhaft, zumal damit auch das Drehmoment steigen würde.
Wichtig ist auf jeden Fall ein geeigneter Trockenschmierstoff, ölige Schmierstoffe neigen dazu, jede Menge Staub zu sammeln. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, das Öl auch gerne wandert und dann Stellen schmiert, die nicht geschmiert werden sollten. Noppenverbindungen zum Beispiel, die fallen dann gerne mal auseinander. Und Silikonöl wieder weg zu bekommen ist auch nicht einfach, die Entferner entfernen gern auch mal den Legostein ;) Bei Dampfloks ist der Selbstbau von Fahrgestellen ja auch üblich, da wird kaum mal der Trainmotor verwendet.
 

Sven

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Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, das Öl auch gerne wandert und dann Stellen schmiert, die nicht geschmiert werden sollten. Noppenverbindungen zum Beispiel, die fallen dann gerne mal auseinander
Oh ja... Als ich noch mit Silikonöl geschmiert habe, ist mir mal in voller Fahrt der Rahmen einer Lok kollabiert.
:dash2:
Seitdem nur noch Teflon-Trockenschmierung.
 

mick29

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Ich finde ihr versteift euch gerade zu sehr auf die Schmierung. Schmierung ist gut und schön aber am Ende sollte erstmal der Antrieb an sich durchdacht werden und möglichst reibungsfrei gebaut sein. Denn wenn die Basis schon Mist ist, dann kann man zwar viel schmieren aber es bleibt eben Mist.

Nun aber zur eigentlichen Frage:
Bei selbstgebauten Antrieben braucht man in erster Linie Platz im Lokkasten um die Motoren unterzubringen. Wenn man den nicht hat, ist der Zugmotor meist die bessere Wahl.
Vorteile von selbstgebauten Antrieben sind vor Allem das frei wählbare Untersetzungsverhältnis und die Freiheiten bei Radstand und Gestaltung. Bei letzterem ist das mit 6w schwierig. Du kannst ja nicht wirklich außerhalb der Räder bauen. Sonst ist man schnell bei 8w.
Meiner Meinung nach sollte man es einfach mal versuchen. Viele Eisenbahner tun sich Anfangs schwer vernünftige Getriebe zu bauen. Dafür findet man aber z.B. im Technic-Bereich auch einen angepinnten Leitfaden.
Ob das Drehgestell am Ende deinen optischen und technischen Ansprüchen genügt kannst du nur selbst entscheiden
 

Lok24

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Bei selbstgebauten Antrieben braucht man in erster Linie Platz im Lokkasten um die Motoren unterzubringen. Wenn man den nicht hat, ist der Zugmotor meist die bessere Wahl.
Ja, mir ist auch nicht klar, was denn wie gebaut werden soll.
Also in welchem Formfaktor was alles eingebaut werden soll, Achsen, Getriebe, Motor, Akku, Steuerung?

Den Lokmotor gibt es schon, ich nehme am liebsten den Boost.
Viele Eisenbahner tun sich Anfangs schwer vernünftige Getriebe zu bauen.
Man braucht nicht unbedingt eins, schon gar keines aus LEGO.
Vielleicht schreibt @Anna noch was und wozu es werden soll, denn ganz viele Loks haben ja nicht mal ein Drehgestell.
Gerade auch im Hinblick auf die geplante Steuerung.
 
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Tad64

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Als 6w-Fahrer braucht man wohl weniger über alternative Drehgestelle nachzudenken. Man kann da außen nur sehr eingeschränkt Verblendungen anbringen.
Für 8w und größer gibt es aber schon mehr Gründe, um alternative Bauformen einzusetzen. Das beginnt mit dem Radstand, die 6 stud des Trainmotors entsprechen etwa 2,5 m, was nicht immer passt. Bei mehrachsigen Drehgestellen wird das Problem noch größer. Entweder ultrakurz mit Zwischenrad am Trainmotor. Oder länger, aber wie kommt man dann durch die Kurve. Vor allem: wie groß soll die Kurve werden. Inzwischen ist R104 auf Ausstellungen etabliert, aber selbst dort bekomme ich ein dreiachsiges Drehgestell mit 4,5 m Radstand nicht ohne Tricks durch. Die Tricks könnten sein: 1. Knickdrehgestell (nicht besonders vorbildgetreu); 2. Verschiebbare Achse (elegant, aber schwierig zu verblenden) und 3. Spurkranzlose Achsen (Einfach und fällt kaum auf). Der zweite wichtige Grund ist der Raddurchmesser, moderne Loks haben da gerne mal 1m Raddurchmesser und das entspricht eher einem M oder MS Rad. Damit hat aber der klassische Zugmotor ein Problem, das ohnehin schon schwache Drehmoment wird noch kleiner und die eigentlich schon mit Trainrädern viel zu hohe Endgeschwindigkeit nimmt noch weiter zu.
Damit braucht man also ein alternatives gebautes Drehgestell.
1. Frage: baue ich die Achshalterung mit Technikbricks oder mit Half Beams ? Beides hat vor und Nachteile. Technikbricks lassen sich mit den meisten brickbasierten Lokkästen besser harmonisieren. Sie haben jedoch Nachteile bei der Stabilität. Technikbasierte Systeme sind meistens stabiler und die Getriebe können, wenn sie richtig konstruiert, sind viel Drehmoment übertragen, ohne dass es die Konstruktion zerreißt. Schwieriger ist hier allerdings die Verblendung.
 

Tad64

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2. Frage: Wo baue ich den Motor ein ? Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder in den Lokkasten oder ins Drehgestell. Im Drehgestell habe ich meist wenig Platz, die meisten Konstruktionen verwenden deshalb Einbauten im Lokkasten. Jetzt kann ich entweder Kardanwellen von einem Zentralgetriebe verwenden. Oder ich gehe über den Drehzapfen senkrecht ins Drehgestell und lenke dort um. Der Vorteil der letzten Bauart ist: ich kann fast alle Motoren verwenden, sogar Buggymotoren mit ihrem ultimativem Drehmoment wurden hier schon verbaut.
 

Sven

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Oder ich gehe über den Drehzapfen senkrecht ins Drehgestell und lenke dort um. Der Vorteil der letzten Bauart ist: ich kann fast alle Motoren verwenden, sogar Buggymotoren mit ihrem ultimativem Drehmoment wurden hier schon verbaut.
Ich weiß, es gibt genügend Beispiele, dass das praktisch funktioniert.
Theoretisch betrachtet ist es aber keine saubere Lösung, den Drehzapfen als Antriebswelle zu nutzen, weil durch das Antriebsdrehmoment das Drehgestell immer schief zum Gleis gestellt wird.
 

Sven

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Dann bremst das Kabel.
Das hängt ganz von der Kabelführung ab und ist außerdem ein links-rechts-symmetrischer Effekt.
Einen Antrieb über den Drehzapfen würde ich übrigens schon deshalb nicht wählen, weil das Drehgestell bei abgeschaltetem Motor nicht mehr frei schwenkbar ist (jedenfalls nicht, ohne dass die Räder sich mitdrehen - doof, wenn man bei Dampfloks fürs Fotografieren eine bestimmte Drehgestell- und Stangenposition haben möchte).
Ich bin mir aber bewusst, dass "meine" Baugröße mir eine recht luxuriöse Ausgangsposition verschafft, wenn es darum geht, Motoren direkt am/im Drehgestell zu verbauen.
 

Anna

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Ich glaube, meine Anfrage hat sich schon erledigt. Nach einem Test mit einem gekauften China-Bausatz, der mit einem M-Motor mit Getriebeumsetzung gebaut wird, sehe ich keinen Vorteil für meine Modelle. Die Lok ist natürlich in 8W und sollte nur als Testobjekt herhalten.

Ich bleibe bei 6W, alles andere ist einfach nicht meins. Für Ausstellungen und Modellbau mag das gut funktionieren. Ich finde die 8W Modelle aber irgendwie überdimensioniert, da alles andere bei mir ja "klassisch" 6W ist und auch bleibt.
Und mit 6W ist wirklich nicht viel Platz, einen M-Motor in einer kleine Dampflok, Köf o.ä. gut zu verkleiden und dann auch noch einen Hub und einen Akku unterzubringen. Und nein, die kleinen Quietsch- und Kreischmotoren, die u.a. auch mit CircuitCubes usw. geliefert werden, kommen bei mir voraussichtlich nicht zum Einsatz.

Die meisten Modelle, die bei mir stehen oder später mal gebaut werden und auf der Anlage fahren, sind mit einem klassischen Zugmotor wahrscheinlich gut bedient. Falls dann doch mal eine Lok daherkommt, bei der der Motor nicht passt, lasse ich mir was einfallen. Kommt Zeit, kommt Rat.

Danke für die ganzen Beiträge. Wieder viel gelernt, besonders über Schmierstoffe, wirklich sehr interessant.
 

Tad64

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… Antrieb über den Drehzapfen … deshalb nicht wählen, weil das Drehgestell bei abgeschaltetem Motor nicht mehr frei schwenkbar ist …
Das macht eigentlich bei R104 und den geringen Einschlagwinkeln kaum etwas aus, das geht im Zahnradspiel unter.

Was aber noch ergänzt werden müsste ist natürlich die Übersetzung. Das Hauptproblem ist die maximale Drehzahl der Räder und die damit erreichbare Endgeschwindigkeit. Hier ist der klassische Trainmotor notorisch zu schnell. Die eine V100, die ich mit BuWizz ausgestattet hatte lief zum Schluß im Energiesparmodus mit 30% Maximaldrehzahl halbwegs vernünftig. Mit ludicrous Mode bei 100 % machte sie chinesischen Hochgeschwindigkeitszügen bei umgerechnet 400 km/h ernsthafte Konkurrenz. Zum genauen Berechnen benötigt man natürlich Angaben wie Radumfang und Max RPM des jeweiligen Motors.
Zuviele angetriebene Räder sind meistens auch nicht gut, weil die Reibung zwischen den Zahnrädern auch nicht zu vernachlässigen ist. Der Klassiker ist die allradgetriebene Dampflok mit Gestänge, die nach einer halben Runde auf der Ausstellung mit leerem Akku liegenbleibt. Hier ist weniger mehr und man sollte nur eine angetriebene Achse und für den Rest das Gestänge nutzen.

Was die chinesische Dampflok angeht, die haben meistens sehr schlecht konstruierte Antriebe. Meine einzige Erfahrung war die QJ von MK. die von der Fernsteuerung nur mit voller oder halber Kraft angesteuert wurde. Dabei ließ sich gerade der Antrieb mit dem Zwischendifferential komplett stufenlos steuern.

Aber es ist völlig richtig, bei 6w bleibt eigentlich nur der Trainmotor oder der chinesische Trainmotor mit eingebautem Akku und komplett integrierte Fersteuerung.
 

ellermaniac

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Ich bleibe bei 6W, alles andere ist einfach nicht meins. Für Ausstellungen und Modellbau mag das gut funktionieren

Es mag nicht gut funktionieren. Nein. 8W bzw. Züge in 1:45 sind der Standard, wenn es um gemeinsames Eisenbahn-Spielen geht:

IMG_5589.jpeg

Beste Grüße aus Wörrstadt,
Christoph (der nach diesem und jenem auch bei 8W gelandet ist)
 

Lok24

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Aber es ist völlig richtig, bei 6w bleibt eigentlich nur der Trainmotor
Ja, aber was spricht dagegen, den zu pimpen?
Ich würde im ersten Schritt mal einen guten DCC Decoder anschließen.
Wenn es dann nicht besser wird einen ordentlichen Motor einbauen.
 
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