Allerdings fände ich es besser wenn er „Die Welt ist nicht schwarz-weiß…“ heißen würde. Das „meist“ im Satz passt meiner Meinung nach nicht.
Kurze Anmerkungen meinerseits,
aus technischer Sicht hat LEGO den
modernen Baustein mit seinen mehreren tausend unterschiedlichen Formen, den wir alle kennen, erfunden. Das die ursprüngliche Grundidee von jemand anderes kam spielt dabei keine Rolle.
Die Firma Kiddicraft, besser gesagt Harry Fisher Page, hat lediglich das Grundgerüst und die Idee mit dem Patent 529.580 „Verbesserungen an Spielzeug-Bausteinen“ im Vereinigten Königreich 1939 patentieren lassen und als „Bri-Plax Interlocking Building Cubes“ vermarktet. 1944, 45 und 49 folgten weitere Patente. 1947 hat Ole Kirk Christiansen die Idee aufgegriffen, weiter entwickelt und brachte 1949 die ersten LEGO Steine heraus. Weitere 9 Jahre später wurde dann der von Godtfred Kirk Christiansen weiterentwickelte moderne LEGO Stein in die Welt gebracht.
Wenn man die Patente von Page mit den Patenten von Christiansen vergleicht sieht man deutlich technische Unterschiede… als ob man Äpfel mit Birnen vergleicht. So wie Äpfel und Birnen als Gemeinsamkeit den Oberbegriff Obst haben, so haben Page’s „Interlocking Building Cubes“ und die weiterentwickelten „Self-Locking Building Bricks“ mit den Christiansen’s „Automatic Binding Bricks“ den Oberbegriff Klemmbaustein gemein, mehr aber auch nicht.
Das Kiddicraft keinen rechten Erfolg mit seinen Bausteinen hatte und vergaß seine revolutionäre Idee Weltweit zu schützen wird gerne mal von den Kritikern unterschlagen bzw. vergessen.
Eine Idee aufzugreifen und weiter zu entwickeln ist der Sinn des Fortschrittes. Ohne dies gäbe es keine Weiterentwicklung und wir würden immer noch mit Steinwerkzeugen arbeiten … das Vergessen viele.
Das eigentliche Problem in der „Klemmbausteinblase“ ist das einige es noch immer nicht verstanden haben was Erfindungsmeldungen, Patente, Urheber und Designschutzrechte eigentlich sind.
Zu den genannten Beispielen der Markennamen weiter oben,
Karl Benz erfand das erste Automobil mit Gas-Verbrennungsmotor 1886 (DRP Nr. 37435). 1890 wurden von DMG die ersten Fahrzeuge verkauft. Der Name „Mercedes“ kam erst ins Spiel als DMG 1900 ein Fahrzeuge als Daimler-Mercedes herausbrachte. Mercedes-Benz, was heutzutage nur als Mercedes betitelt wird, hat daher nicht das Auto erfunden da es die Marke damals noch gar nicht gab.
Taschentücher gibt es seit der Antike… Papiertaschentücher seit Jahrhunderten in Japan. Kleenex brachte 1924 das erste Papiertaschentuch in die westliche Welt. Tempo kam erst 1929 auf den Markt.
Der erste Klebestreifen wurde nicht von Tesa sondern von Oscar Troplowitz (Beiersdorf) erfunden. Erst 1936, mit der Einführung des transparenten Beiersdorfs Kautschuk-Klebefilms kommt der Name Tesa ins Spiel.
Aber an den Beispielen sieht man wie schnell ein Firmenname zum Synonym werden kann. Nur das keiner zu BYD gehen würde mit dem Gedanken einen Mercedes zu kaufen. Wenn ich ein Tesafilm haben will, dann kauf ich auch einen Tesafilm von Beiersdorf. Wenn ich ein technisches Klebeband brauche dann greife ich meist zu 3M. Auch das immer wieder gerne genommene Beispiel vom Fischer Dübel… bei Dübeln führt meist kein Weg an Fischer vorbei, wenns was gescheites sein soll. Noch so ein Beispiel sei Plexiglas und Acrylglas, das eine ein Markenname das andere das "plagiat" bzw. chemische pondon.
Wenn also jemand sagt nur „echtes“ LEGO ist LEGO hat er natürlich recht. Alles andere sind Klemmbausteine und nicht LEGO, wenn auch LEGO Klemmbausteine sind
